Donnerstag, 23. Juli 2026

Nach dem Frühstück fahre ich nach Innervillgraten. 2,5 Stunden, zwischendurch einmal Tanken, damit der Bulli voll ist für die Rückfahrt. Am Gemeindebüro parke ich den Bulli neben dem Auto von Andreas und Susanne und mache mich auf den Weg, der Gruppe entgegen.

Such, Anna, such!

Auf der Karte, die mir Andreas gegeben hat, befinden sich zwei rote Wege – keine Ahnung, auf welchem ich die Gruppe treffen werde. Der eine Weg ist eine Sackgasse, ich kehre um und steige einen ziemlich steilen Anhang hinab. Da gibt es auch einen Weg, aber von der Marchhütte aus passt das nicht. Also verharre ich an einer Stelle, wo ich Handyempfang habe. Irgendwann ruft mich Alexander an und ich sehe ein rotes T-Shirt oben am Hang – Christian kommt mir entgegen. Er bringt mich sicher rauf zu den anderen und wir beginnen mit dem Weggottesdienst. Ich werde gebeten, meine Erlebnisse der letzten Tage vorzutragen, so wie die anderen mir immer aus dem gemeinsamen Tagebuch vorgelesen haben. Doch statt eines Tagebucheintrags habe ich ein Gedicht geschrieben, in dem ich die Erlebnisse der Woche verarbeitet habe. (Hinweise auf Gegebenheiten aus der Woche sind mit einem * gekennzeichnet, die aber nicht immer für jeden oder jede ersichtlich sind.)

Tatsache. Oder auch: So isses.

Den Körper frug’ ich “Mensch, warum?”
Ich hatte viele Fragen,
Er antwortet mir nur “Darum.”
Und übernahm das Sagen.*

Ich musst es akzeptieren, ja,
Doch floss erst manche Träne.
Der Berge Gipfel ich nur sah -
“Komm’ drüber”* blieben Pläne.

So trennt’ ich von der Gruppe mich
Sucht’ eig’ne Pilgerwege.
Die Einsamkeit zunächst nicht wich - 
Mir fehlten Brücken*, Stege.

Die Luft so klar, die Luft so rein.
Was ist’s, das mir noch fehle?
In viele Kirchen trat ich ein
Und sang aus voller Kehle*.

Gedanken wanderten umher,
Ließen mir keine Ruhe.
Der Weg zum Innern* ist oft schwer.
Trag ich die richt’gen Schuhe?

Doch dann entdeckt ich tief in mir
Was wirklich gut verborgen:
Spektakulär* die Aussicht hier:
“Richt einen Blick aufs Morgen.”

Ich schärft’ die Axt* und meinen Sinn,
Fand wieder Mut fürs Leben.
Fuhr Bus und Bahn*, oft her und hin,
War stets umwölkt* von Segen.

Als Weggenossen* warn mir treu:
Das Holzkreuz*, eure Kerzen*.
Der Kleinigkeiten* ich mich freu:
Sie bleiben tief im Herzen.

Einmalig ist die Gegenwart!*
Was wird die Zukunft bringen?
Die Woche war ein guter Start,
Schenkt Erdung mir - und Schwingen.

Ich danke euch für diese Zeit,
Fürs Reden, Schweigen, Essen.
Auch wenn der Alltag steht bereit:
Ich werd sie nie vergessen.
Anna Werner

Weiter geht es mit Fürbitten in der Sackgasse. Wir müssen den steilen Weg nach unten. Andreas geht vor, dann ich, dann Christian. Im Tal laufen wir weiter zu einem Waldspielplatz, wo wir in einer Zeremonie die Exerzitien hinter uns lassen und wieder in den Alltag springen.

Bullifahrt

Fünf Leute in das Auto von Andreas, 9 in den Bulli. Die Schotterpiste bis zur Hütte ist zu krass für den Bulli – zwei steigen aus, Bernhard übernimmt die Handbremse, Alexander fährt und gibt vorsichtig Gas. Alle sind erleichtert, als wir an der Hütte ankommen.

Fall auf Knall

Geli, Feli, Kathrin und ich teilen uns das Zimmer. Auf einmal gibt es einen lauten Knall – und Geli sitzt auf dem Boden. Das Lattenrost hat sich verabschiedet… Zum Glück ist ihr nichts passiert.